Oldtimer Traktor konservieren – aber womit (und womit auf keinen Fall)?

Um sich noch lange an einem frisch restaurierten, oder sogar einem Trecker im Originalzustand, zu erfreuen, ist es wichtig, die alten Fahrzeuge zu konservieren. Dies gilt insbesondere für blanke Metallteile, da diese sonst mit der Zeit der Korrosion zum Opfer fallen. Wie man einen Oldtimer Traktor konservieren kann, soll in diesem Artikel erklärt werden.

Warum muss konserviert werden?

Auch wenn die alten Traktoren von außen sehr robust wirken, so sind sie dennoch nicht unzerstörbar. Wetter, Dreck und andere Umwelteinflüsse können dem Schlepper stark zusetzen. Doch auch wenn der Oldtimer geschützt unter einem Unterstand, oder noch besser, in einer Garage oder Werkstatt steht, sollte er konserviert werden. Denn selbst dort wird er Temperaturschwankungen und Luftfeuchtigkeit ausgesetzt sein, welche mit der Zeit Schaden anrichten können. So werden Gummiteile wie Dichtungen schnell rissig, Metallteile rosten, Kunststoffteile werden spröde und sogar der Lack kann ausbleichen.

Ganz verhindern kann man dies leider auch mit dem besten Alterungsschutz nicht, mit den richtigen Mitteln wird der Prozess jedoch deutlich verlangsamt.

Um eine schöne Patina zu erhalten ist das stoppen der Korrosion und die Konservierung des Lacks ebenfalls sehr wichtig.

Was sollte man konservieren?

Ein Traktor besteht aus vielen verschiedenen Materialien, welche sich alle unterschiedlich Verhalten.

Metall

Die meisten Fahrzeuge und besonders Oldtimer Trecker bestehen zu einem großen Teil aus Metall. Doch Metall ist nicht gleich Metall: So bestehen beispielsweise die Kotflügel meist aus Blech, der Motorblock aus Guss und die Zierelemente häufig aus Aluminium.

Das Hauptaugenmerk bei den metallischen Teilen sollte auf dem Korrosionsschutz liegen. In den meisten Fällen ist dieser bereits durch den Lack oder die Rostschutzgrundierung des Fahrzeugs ausreichend gegeben. Doch besonders blanke Metallteile oder Teile, auf denen sich schon eine Patina, also umgangssprachlich Rost, befinden, sind sehr gefährdet. Denn hat sich erst einmal Rost gebildet, frisst dieser unaufhörlich weiter, wenn er nicht gestoppt wird.

Auch Teile aus beispielsweise Aluminium und Kupfer sollte man schützen. Denn anders als die weit verbreitete Meinung sind auch sie für Korrosion anfällig. Dies kann man an alten Kirchendächern beobachten, welche meist aus Kupfer sind. Über die Jahre hat sich dort eine grüne Schicht gebildet, welche das Kupfer zwar schützt, jedoch nicht immer ansehnlich ist. Auch Aluminium bildet über Zeit eine dünne weiße Korrosionsschicht.

Nicht konservierter Oldtimer Traktor
Wind und Wetter setzen jedem alten Traktor zu

Lack

Auch wenn der Lack bei Oldtimer Traktoren hauptsächlich eine schützende Wirkung hat, so kann auch er altern. Mit den Jahren verbleicht er und die glänzende Farbe, mit der er einmal aus dem Werk kam, kommt nicht mehr zur Geltung.

Da der größte sichtbare Teil eines Treckers meist mit Lack überzogen ist, hat ein konservieren, zum Beispiel mit Öl, eine enorme Wirkung auf das Aussehen des Schleppers. Oft wundert man sich, wie stark ein in die Jahre gekommener Trecker doch noch strahlen und glänzen kann.

Gummi und Kunststoff

Besonders dem TÜV missfällt in die Jahre gekommenes Gummi – die Rede ist von den Reifen. Denn mit der Zeit verlieren Gummi und Kunststoffteile ihre Weichmacher, was dazu führt, dass sie spröde und rissig werden. Besonders bei Reifen stellt dies nicht nur ein Problem im Aussehen, sondern auch in der Sicherheit dar.

Doch nicht nur die Reifen, auch Dichtungen, Armaturen und Manschetten bestehen aus Gummi oder Kunststoff. Leider ist der Prozess des alterns kaum aufzuhalten, man kann ihm jedoch entgegenwirken.

Die besten Konservierungsmittel

Motoröl, Diesel, Getriebeöl

Früher war Motoröl oder Diesel für viele Bauern das Mittel zur Wahl, wenn es um die Pflege ihrer Traktoren ging. Der Hauptgrund dafür ist der Preis. Diesel und Öl ist auf einem Bauernhof zur genüge Vorhanden und es lässt den Traktor schön glänzen.

Billig heißt aber dennoch nicht gut. Denn auch wenn eine Konservierung mit Motoröl oder ähnlichem meist immer noch besser ist als überhaupt keine Pflege, so ist davon trotzdem abzuraten.

Besonders Kunststoff und Gummiteile werden nämlich durch das Öl angegriffen und können dadurch sogar noch schneller altern. Auch der Lack kann angegriffen werden, wobei er zwar zunächst schön glänzt, mit der Zeit aber immer weiter abstumpft.

Auch mit Rücksicht auf die Umwelt sollte man auf Motoröl und Ähnliches verzichten, wenn man seinen Traktor konserviert. Selbst bei einem kleinen Regenschauer wäscht ein Teil des Öls ab und gelangt ins Grundwasser. Mit fatalen Folgen: Ein einziger Tropfen Öl reicht aus, um bis zu 600l Grundwasser zu verschmutzen.

Leinölfirnis, Owatrol

Viele Menschen setzen auf ein Mittel, welches eigentlich im Holzbau zum Einsatz kommt. Die Rede ist von Leinölfirnis. Leinölfirnis besteht, wie der Name schon verrät, aus Leinöl, welchem zusätzlich Stoffe zugesetzt sind, damit das Öl festtrocknet. Dies hat den großen Vorteil, dass man keine feuchte oder klebrige Oberfläche auf seinem Traktor hat und außerdem die Konservierungsschicht nicht so schnell abwäscht.

Da Leinöl sehr Materialschonend ist, kann man es bedenkenlos zur Konservierung von Metall und Lackteilen verwenden. Für Gummi und Kunststoffteile ist es nur bedingt geeignet. Da Leinölfirnis, wie bereits erwähnt, Trocknungsstoffe enthält, verbindet es sich fest mit dem Untergrund. Ein nachträgliches abwaschen oder überlackieren ist deswegen nicht ohne weiteres möglich.

Das speziell für die Rostkonservierung entwickelte „Owatrol“ Öl besteht zu einem großen Teil aus Leinölfirnis und weist deshalb ähnliche Eigenschaften auf, ist aber deutlich teurer als das reine Leinölfirnis.

Ballistol, WD-40

Ballistol Universalöl zur Traktorpflege
Rostschutz, Schmieröl und
sogar Umweltfreundlich!

Ursprünglich zur Pflege von Waffen entwickelt ist das „Ballistol“ Öl. Es ist biologisch abbaubar und somit Umweltfreundlich und sogar gänzlich ungiftig, was bei Fahrten mit Kindern eine Rolle spielen kann.

Ballistol eignet sich für fast alle Teile am Traktor: Metall, Lack, Gummi und sogar Leder. Allerdings wäscht es auch sehr schnell ab, was dazu führt, dass man die Konservierung mehrmals im Jahr wiederholen sollte.

Das bekannte Allheilmittel WD-40 hat ähnlich gute Eigenschaften wie Ballistol, ist allerdings nicht so umweltfreundlich.

Fazit zum Traktor konservieren

Wer noch lange Freude an seinem Trecker haben möchte, sollte ihn gut Pflegen und konservieren. Das perfekte Mittel zum Oldtimer Traktor konservieren gibt es leider nicht. Viele unterschiedliche Materialien stellen verschiedene Anforderungen, welchen es gerecht zu werden gilt. Das wichtigste ist jedoch eine trockene und warme Unterkunft, denn auch das beste Konservierungsmittel hält Regen und Witterung nicht lange stand.

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