Welches Strahlmittel du zum Sandstrahlen verwenden solltest

Sandstrahlen bzw. Druckluftstrahlen ist der einfachste Weg, eine Oberfläche großflächig von Lack, Schmutz und Korrosion zu befreien. Dabei hängt der Erfolg des Strahlens hauptsächlich davon ab, welches Strahlmittel man verwendet.

Für fast jedes Einsatzgebiet gibt es eine eigene Art von Strahlgut.

Wir haben die wichtigsten zusammen gestellt, um dir zu einem Erfolg bei der Auswahl zu verhelfen.

Glasperlen

Glasperlen sind wohl das am häufigsten verwendete Strahlmittel. Mit ihnen kann man fast alles strahlen. Es gibt sie in Größen von 40-900µm.

Durch ihre runde Form ist die abtragende (abrasive) Wirkung relativ gering, weshalb der Strahlvorgang sehr schonend für das Material ist.

Anstatt von Glasperlen können auch Keramikperlen verwendet werden. Diese haben eine höhere Lebensdauer, sind allerdings auch teurer.

Korund

Korund ist ein scharfkantiges Aluminiumoxid mit hoher abrasiver Wirkung. Es wird meist künstlich hergestellt und findet oft Verwendung als Schleifmittel, zum Beispiel auf Schleifpapier.

Korund ist sehr hart und spröde, weshalb es auch zur Bearbeitung von harten Materialien wie Glas oder Stein geeignet ist.

Es gibt eisenhaltiges und nicht eisenhaltiges Korund, was besonders beim Strahlen von Edelstahl zu beachten ist.

Schlacke

Schlacke ist sehr günstig, weshalb es sich für den Einsatz als Einwegstrahlmittel eignet.

Es entsteht als Abfallprodukt in der Eisenherstellung und ist sehr scharfkantig. Allerdings besitzt Schlacke eine geringe Festigkeit, weshalb es zu einer starken Staubentwicklung kommen kann.

Granatsand

Granatsand kann man aufgrund seines guten Preis-Leistungs Verhältnis sowohl einfach als auch mehrfach verwenden.

Es ist umweltfreundlich und enthält kein Eisen, wodurch es universal einsetzbar ist.

Der namensverwandte Quarzsand darf nicht mehr eingesetzt werden, da beim Strahlen gesundheitsgefährdender Staub entsteht.

Kunststoff

Eine schonende Oberflächenbearbeitung ist mit Kunststoffstrahlmittel möglich. Es ist relativ weich und verursacht keine Beschädigungen an dem zu strahlenden Werkstück.

Da Kunststoff unempfindlich gegen Feuchtigkeit ist, kann es unbegrenzt gelagert weden.

Nussschalen

Nussschalen als Strahlmittel
Nussschalen eignen sich hervorragend als Strahlgut

Nussschalengranulat wird aus getrockneten und gesäuberten Nussschalen gewonnen.

Es ist ein extrem weiches und leichtes Strahlgut. Dadurch eignet es sich besonders zum Entgraten und Säubern von Verunreinigungen. Auch zum Strahlen von weichen Materialien wie Holz wird es häufig genutzt.

Übersicht über die verschiedenen Strahlmittel

MaterialEisenhaltigAbrasive WirkungHärtePreisLebensdauer
GlasperlenNeinGeringHochHochHoch
KorundTeilweiseHochHochUnterschiedlichHoch
SchlackeJaHochMittelGeringGering
GranatsandNeinMittelMittelGeringMittel
KunststoffNeinMittelGeringMittelHoch
NussschalenNeinGeringGeringMittelMittel

Bei der Wahl des richtiges Strahlgutes kommt es auf die Anwendung und das zu bearbeitende Material an. Besonders bedacht werden sollte, dass beim Strahlen von Edelstahl kein eisenhaltiges Mittel verwendet werden darf, da es sonst zu Kontaktkorrosion kommen kann.

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